Einleitung:
Das Jahr Null des Christentums in seiner heutigen Form ist der 27. Februar 380. Es wurde mehrmals angepasst, bis es seine endgültige Form im Jahr 451 n. Chr. (Konzil von Chalcedon) angenommen hatte. Das war ca. 119 Jahre vor der Geburt des Propheten Muhammad (F.m.i.).
Seit dem Weggang des Propheten Jesus (F.m.i.) gab es zwei christliche konkurrierende Glaubenshauptströmungen mit verschiedenen Untergruppierungen sowie Mischgruppen.
Auf einer Seite die monotheistische Strömung nach dem Vorbild des Judentums, das waren die sogenannten Judenchristen, und auf der anderen Seite die heidnische Strömung, die sogenannten Heidenchristen (Anhänger von Paulus) nach dem Vorbild des polytheistischen Glaubens der Griechen, Römer und Ägypter.
Der Glaube der Heidenchristen (Katholiken) wurde genau am 27. Februar 380 durch ein Dekret des römischen Kaisers Theodosius I. zur einzigen gültigen und verbindlichen Religion für alle Einwohner des Römische Reich erklärt, alle anderen christlichen Gruppierungen, die sich vom Katholizismus unterschieden, wurden verboten und deren Anhänger grausam verfolgt. Er hat auch angeordnet, dass alle Schriften, die dem katholischen Glauben widersprechen, ausfindig gemacht und vernichtet werden sollten.
Außerdem hat derselbe Kaiser im Jahr 391/92 n. Chr. alle heidnischen Religionen im ganzen Römischen Reich verboten. So wurde die katholische Kirche sehr mächtig und regierte mit.
Ab dem Jahr 610 n. Chr. wurde der im römischen Reich, verbotene monotheistische Glaube der Judenchristen durch den Propheten Muhammad (F.m.i) im Nahen Osten reaktiviert und als Islam verbreitet. Der Name ist zwar anders, aber der Glaube ist derselbe geblieben.
Übersicht:
Der Gründer des Heidenchristentums war Paulus von Tarsus. In den Jahren ab ca. 45 n. Chr., nach der Spaltung der Urkirche von Jerusalem unter der Leitung von Jakobus dem Gerechten. Paulus hatte eine neue Theologie entwickelt, die mit den Lehren von Jesus und der Thora nicht kompatibel ist.
Dies führte zu einem großen Konflikt zwischen Paulus und den Mitgliedern der Urgemeinde, der das Urchristentum spaltete in Judenchristentum und das von Paulus gegründete Christentum, Heidenchristentum genannt.
Viele christliche Historiker schreiben, dass das paulinische Christentum mit dem identisch ist, was die Urgemeinde von Jerusalem gepredigt hat. Aber das ist vollkommen falsch, in Wirklichkeit hatten diese beiden Christengruppen zwei unterschiedliche Religionen, deren Glaubenslehren einander widersprachen.
Das heutige Christentum ist in drei Stufen aus den damals noch aktuellen polytheistischen Sonnenkulten entwickelt worden. Dieser Prozess hat ab dem Auftreten des Paulus von Tarsus mehr als 400 Jahre gedauert.
Am Anfang hat Paulus das Glaubensfundament der polytheistischen (heidnischen) Religionen kopiert, insbesondere vom Mithras-Kult. Und er hat es für sein Christentum benutzt und auf den Propheten Jesus (F.m.i.) uminterpretiert. Danach haben seine Anhänger, die Schreiber des Neuen Testaments, es ergänzt.
Danach, im vierten Jahrhundert, hat der römische Kaiser Konstantin I. das paulinische Christentum unterstützt und modifiziert, indem er ihm weitere Elemente des Mithras-Kultes (Sol Invictus) hinzugefügt hat, um aus beiden Kulten praktisch eine einzige Religion zu machen.
Später unter dem römischen Kaiser Theodosius I., wurde der Heilige Geist als dritte Person des christlichen Glaubens eingeführt, und zwar auf dem Konzil von Konstantinopel im Jahr 381 n. Chr. Dieser Kaiser hat dann den Mithras-Kult im römischen Reich verboten, und ab dem Jahr 391/92 n. Chr. hat er ihn durch dieses bereits modifizierte Christentum ersetzt.
Dieses Christentum wurde schließlich noch auf zwei Konzilen ergänzt, und zwar auf dem Konzil von Ephesus (431 n. Chr.), wo Maria, die Mutter von Jesus, als „Muttergottes“ bezeichnet und das Kreuz endgültig als christliches Symbol übernommen wurde, und auf dem Konzil von Chalcedon (451 n. Chr.), wo man entschieden hat, dass Jesus gleichzeitig Gott und Mensch sei. Dieses Konzil wurde von Theodosius II. geleitet (dem Enkel von Theodosius I.)
Jetzt zu den Details:
Paulus von Tarsus hat ca. 14 Jahre nach seiner Aufnahme in die Urkirche von Jerusalem allmählich seine eigene christliche Doktrin entwickelt. Er hat die Idee des sterbenden und auferstehenden Sohnes Gottes vorwiegend vom Mithras-Kult kopiert und auf den jüdischen Propheten Jesus interpretiert. Seine Doktrin ist eine Mischung aus der Theologie des Sonnenkultes und Elementen der jüdischen Religion.
Dabei hat er die Bibel der Juden (das Alte Testament) übernommen. Er hat aber die Passagen, die ihn interessierten, im Sinne der Mithras-Theologie interpretiert. Daraus sind der Frühkatholizismus und ähnliche Gruppen entstanden.
Ab dem Jahr 320 n. Chr. hat der römische Kaiser Konstantin I. den Frühkatholizismus modifiziert, indem er ihn mit vielen weiteren Elementen des Mithras-Kultes ausstattete, so dass die Grenzen zwischen den beiden Religionen verschwammen, er hat sie also miteinander verschmolzen und daraus eine neues Christentum gemacht, eine Mischung aus dem Frühkatholizismus und dem Mithraismus. Hier muss nochmals daran erinnert werden, dass das frühe paulinische Christentum dem Mithras-Kult bereits ähnelte.
Mit dieser Umgestaltung durch Kaiser Konstantin entstand das heute verbreitete Christentum mit seinen zahlreichen Varianten.
Konstantin tat dies, um sein politisches Ziel durchzusetzen, er wollte den Mithras-Kult behalten und den Katholizismus in seine mithraistische Kirche integrieren, weil in den östlichen Gebieten seines Reiches viele Christen lebten. Sein Ziel ist eine einheitliche Religion, integriert in der Mithraskirche. Denn seit dem Jahr 274 nach Chr. und auch während seiner Regierungszeit war der Mithras-Kult (Sol invictus Mithras) Staatslegion und fast alle Senatoren in Rom waren Mithraisten.
Manche christlichen Historiker behaupten, dass Kaiser Konstantin sich während des Krieges gegen seinen Rivalen Maxentius (312 n. Chr.) zum Christentum bekehrt habe, weil er vor der Schlacht in einer Vision ein Kreuz am Himmel sah.
In Wirklichkeit hat sich das Gegenteil ereignet, es war das Christentum, das zum Mithraismus konvertiert ist, denn das Kreuzsymbol gab es damals im Christentum noch gar nicht, es wurde erst 94 Jahre nach Konstantins Tod offiziell vom paulinischen Christentum (dem Katholizismus) übernommen (431 n. Chr.).
Das Kreuz war damals ein Symbol des Mithras-Kultes (Sol Invictus), z.B. waren dessen Hostien mit einem Kreuzzeichen versehen.
Zur Zeit von Konstantin I. war der Mithras-Kult Staatskirche, sein geistliches Zentrum befand sich in Rom und sein höchster Geistlicher trug den Titel „Pater Patrum“ (Papst) und residierte im Vatikan neben der heiligsten Basilika der Christenheit, die von Konstantin 320 n. Chr. errichtet wurde.
Der letzte Papst des Mithras-Kultes Vettius Agorus Praetextus starb im Jahr 384 n. Chr. Seine religiösen und politischen Ämter sind als Inschrift am Fundament der Peterskirche in Rom zu finden. Seit 305 n. Chr. hatten die Mithraisten 9 Päpste in Rom gehabt (Pater Patrum). ¹
Im dem Zeitraum zwischen dem Tod Konstantins I. und dem Machtantritt von Kaiser Theodosius I. war die politische und religiöse Situation im Römischen Reich instabil. In dieser Zeit haben mindestens vier Kaiser z. T. gleichzeitig regiert (drei Söhne Konstantins und sein Enkel Lucian), und diese gehörten unterschiedlichen Religionen an. Jeder von ihnen hat im Senat die Religion bevorzugt, der er folgte. Zwei von ihnen waren Katholiken, einer Arianer und der letzte Mithraist.
Einer von ihnen starb 340 n. Chr., der zweite 350 n. Chr., der dritte (der Arianer) starb 361 n. Chr. und der letzte 363 n. Chr. ²
Nach dem Tod dieser vier Kaiser mussten alle drei Religionen sich die Macht im Senat teilen, aber das arianische Christentum bildete die Mehrheit. Zum Beispiel der Bischof von Milano war ein arianischer Christ. Als er 374 n. Chr.
starb, wurde ein Mithraist zu seinem Nachfolger gewählt. Dieser hat sich erst eine Woche vor seinem Amtsantritt als Christ taufen lassen, die Taufe war Bedingung für seine Wahl zum christlichen Bischof. Er hat sich für den Katholizismus entschieden, weil dieser dem Mithraismus sehr ähnelte. Dieser Mann hieß Aurelius Ambrosius (337-397 n. Chr.).
Er war ein einflussreicher Politiker und Senator. Als katholischen Bischof kennt man ihn als den Heiligen Ambrosius. Sein Einfluss in der Kirche war sehr groß, er hat sogar den späteren Kaiser Theodosius I. zur Rechenschaft gezogen. Übrigens war er auch derjenige, der den berühmten St. Augustin getauft hat. ¹
Etwa 42 Jahre nach dem Tod Konstantins I., kam 379 n. Chr. der katholische Kaiser Theodosius I. an die Spitze des gesamten Römischen Reichs. Unter seiner Aufsicht wurde das paulinische Christentum im Jahr 381 n. Chr. durch den Glauben an den Heiligen Geist (Trinitätsdogma) erweitert.
Ca. ein Jahr vorher, am 27. Februar 380 n. Chr., hatte er den Katholizismus per Gesetz zur einzigen gültigen Staatsreligion deklariert, darauf folgten weitere Gesetze, die die Katholiken begünstigten.
Danach wurden alle Senatoren und Beamten, die Mithraisten waren, gezwungen, sich als Katholiken taufen zu lassen, damit sie ihre Posten behalten und Karriere im Staatsdienst oder in der katholischen Kirche machen konnten bzw. durften, denn der Kaiser hatte befohlen, dass diese Posten nur mit Katholiken besetzt werden durften.
Viele Priester des Mithras-Kultes wurden katholisch getauft, ohne dabei ihren Glauben an Mithras aufzugeben. Es war für die Mithraisten leicht, katholisch zu werden, weil die kultischen Bräuche und Zeremonien der beiden Religionen sehr ähnlich sind. Das kam daher, dass Kaiser Konstantin der Große als Mithraist und Sympathisant des paulinischen Christentums mehr als 50 Jahre vorher den Frühkatholizismus mit Elementen des Mithraismus ausgestattet, die Grenzen zwischen Mithraismus und Katholizismus fließend gemacht und beide Kulte nebeneinander geduldet hatte.
Schließlich hat Theodosius I. im Jahr 391/92 n. Chr. alle heidnischen Religionen verboten, einschließlich des Mithras-Kultes. Er hat diesen durch die katholische Religion ersetzt, aber dessen damalige Regeln und Zeremonien sind in den Katholizismus übergegangen.
Das ist jetzt mehr als 1600 Jahre her, der Sonnenkult des Mithras ist bei den heutigen Christen schon lange in Vergessenheit geraten, aber seine Glaubensfundamente, Feiertage usw. sind bis zum heutigen Tag erhalten geblieben. Die Mehrheit der Christen weiß nichts davon, dass ihre Religion viel vom Sonnenkult übernommen hat, besonders das Glaubensfundament des sterbenden und auferstandenen Sohnes Gottes. Und diejenigen, die dieses Wissen besitzen, sind nicht daran interessiert, es bekannt zu machen, es
wird also nicht thematisiert.
Man könnte demnach sagen, dass das heute in der Welt verbreitete Christentum die aktuelle Variante des Sonnenkultes (Sol Invictus) ist. Aber dies ist nicht so leicht erkennbar, weil dieses Christentum mit vielen Elementen der monotheistischen jüdischen Religion vermischt ist, und weil die meisten Menschen nichts über die alten Sonnenkulte wissen.
Anmerkung:
F.m.i Die Abkürzung bedeutet Friede sei mit ihm.
Literatur:
1 Flavio Barbiero, Mithras and Jesus: two sides of the same coin, Internet.
2 B. Mokrani, Der Islam ist der Erbe des Urchristentums von Jerusalem, Kontinuität in den monotheistischen Religionen, 2. Auflage,
436 Seiten, ISBN: 978-9931-355-03-8.